Skip to content

Wer ist beim Neubau dafür zuständig, den Telefonanschluss zu verlegen?

Loading

Anzeige

In Zeiten des allgegenwärtigen Mobiltelefons kann man schnell übersehen, dass der Festnetzanschluss auch heute noch unverzichtbar ist – sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. Ein Telefonservice in Bielefeld zum Beispiel benötigt zwingend einen Telefonanschluss mit Festnetz für seine tägliche Arbeit. Nicht alle Kund*innen möchten auf einer Mobilnummer anrufen, da sie nie sicher sein können, ob sie nicht bei einem externen Termin stören, die Verbindung schlecht ist und dergleichen. Auch andere Dienstleister profitieren heute noch ebenso wie Privatpersonen von einem Festnetzanschluss.

Wofür wird ein Telefonanschluss benötigt?

Ein Festnetzanschluss in der heutigen Zeit ist vor allem vertrauensbildend. Aufgrund der ortsabhängigen Vorwahl lässt sich erkennen, wo der Anschlussinhaber sitzt – und dass man es eben nicht mit einem Callcenter in Fernost zu tun hat. Um beim oben genannten Beispiel zu bleiben: Ein Büroservice in Osnabrück ist durch die Vorwahl 0541 gekennzeichnet. Dies symbolisiert Regionalität und damit – auch räumliche – Nähe zum Kunden. Ein Vorteil, der in den Zeiten zunehmender Globalisierung bares Geld wert ist.

Studien konnten zeigen, dass sich gerade die ältere Generation damit schwertut, Mobilfunknummern anzuwählen. Hier wirkt nicht nur das Erbe aus vergangenen Zeiten nach, als Mobilfunkgespräche noch sehr teuer waren – es besteht auch eine Scheu, den Mobilfunkteilnehmer in ungünstigen Situationen zu stören. Wer eine Festnetznummer anwählt, weiß, dass der Angerufene an seinem Schreibtisch sitzt und man telefonisch nicht gerade in eine private Feier etc. platzt. Ob es darum geht, einen Arzttermin zu vereinbaren oder einen Friseurbesuch – eine Festnetznummer wirkt immer seriös und wird gern angerufen. Dies gilt auch im privaten Bereich: Wer sich sicher sein will, den Angerufenen nicht im Urlaub etc. zu stören, wird ihn über sein Festnetz anwählen.

Neben diesen eher psychologischen Gründen gibt es heutzutage aber auch einen sehr handfesten Grund, nicht auf den Telefonanschluss zu verzichten: Die über eine Festnetznummer geführten Gespräche gelten nachweislich als stabil, sind sie doch völlig unabhängig von den Schwankungen, denen die Mobilfunkversorgung unterliegt. Auch stellt sich die Frage nach der mobilen Netzabdeckung bei einem Festnetzanschluss nicht mehr.

Festnetz im Zeitalter des Internets

Wer sich einen Telefonanschluss verlegen lässt, geht dennoch mit der Zeit – denn im Zeitalter des Internets werden Festnetzgespräche immer öfter über das Internetprotokoll abgewickelt, sie sind gewissermaßen im Breitbandanschluss enthalten. Dadurch kann der Inhaber eines Festnetzanschlusses nicht nur bequem angerufen werden – er selbst kann auch über das Festnetz Gespräche führen, die mobil kaum möglich wären. Bestimmte Sonder-Service-Nummern rufen für Anrufe, die sie aus dem Mobilnetz erreichen, oftmals weitaus höhere Kosten auf als für Anrufe aus dem Festnetz. Da heutzutage viele Behörden, aber auch Online-Händler oder sogar Ärzte über diese Sondernummern verfügen, kann die monatliche Mobilfunkrechnung dadurch schnell ums Vielfache anwachsen – ein Problem, das Festnetzbesitzer nicht kennen. Die Festnetzgebühr ist heutzutage als Flatrate im Internet-Anschluss enthalten.

Telekommunikation für Bürogebäude

Aus den vorgenannten Gründen ergibt es Sinn, bei der Planung Ihrer Büroräume den Festnetzanschluss von vornherein mitzudenken. Dies obliegt dem Bauherrn. Kurz: Wer einen Neubau errichtet, muss sich auch um dessen Telefonanschluss kümmern. Zuständig für den Anschluss selbst ist der Telefonnetzbetreiber – hierzulande etwa die Deutsche Telekom. Der Bauherr muss den Anschluss allerdings rechtzeitig beantragen, damit die Kabelverlegung im dafür geeigneten Bauabschnitt vorgenommen werden kann.

Als Faustformel gilt: Ist die Neuerschließung eines Geländes für Bürogebäude geplant, muss man sich zeitgleich mit dem Stromanschluss auch um den Telefonanschluss kümmern. Dies ermöglicht die Installation der benötigten Leitungen in einer Bauphase, ohne nachträgliches Aufgraben und Verschließen des Bodens bzw. Aufstemmen und Verputzen der Wände, weil zwar Strom-, aber noch keine Telefonkabel verlegt sind. Dies spart nicht nur Aufwand, sondern auch Kosten.
Die Telefonnetzbetreiber bieten eine sogenannte Bauherrenberatung an. Bei dieser Begehung kann sich der Netzbetreiber über besondere Gegebenheiten vor Ort sowie die individuellen Bedürfnisse des Kunden informieren. So etwa wird ein Büroservice in Osnabrück andere Anforderungen an seinen Festnetzanschluss haben (abhängig etwa von der Anzahl der Arbeitsplätze) als der Privathaushalt zwei Straßen weiter.

Internettelefonie

Wichtig zu wissen ist, dass nahezu alle großen Anbieter ihre Telefonie längst auf Internettelefonie umgestellt haben. Im Gegensatz zur althergebrachten Telefonie, bei welcher die Telefone bzw. Telefonanlagen mit eigenen Leitungen relativ direkt an eine Vermittlungsstelle angeschlossen werden, wird die Internettelefonie technisch über die herkömmliche Internetleitung abgewickelt. Diese wandelt Sprache in Datenpakete um, die gemeinsam mit dem restlichen Datenverkehr, zum Beispiel in Form von E-Mails oder Webseitenaufrufen, transportiert werden.

Diese modernen Hochleistungsleitungen sind gegenüber den analogen Telefonleitungen jedoch bedeutend empfindlicher, etwa, was ihre Beeinflussung durch elektromagnetische Felder angelangt. Daraus ergeben sich spezielle bauliche Anforderungen, wenn die Internettelefonie in Bürogebäuden störungsfrei funktionieren soll. Insbesondere die Qualität der Stromversorgung des Neubaus ist hier von Relevanz.
Auch sollte die Netzwerkkabel nicht direkt neben den Stromkabeln verlegt werden, da die Felder der Letztgenannten Einkopplungen verursachen können. Sollte die Verlegung in einem gemeinsamen Kanal aus logistischen Gründen zwingend erforderlich sein, kann die Separation durch einen metallischen Trennsteg mögliche Störungen vermeiden, die sich in einer schlechten, „abgehackten“ Sprachqualität äußern können.

Verkabelung

Der Übergabepunkt von externer zu interner Verkabelung liegt bei Bürogebäuden – aber auch bei Mehrfamilienhäusern – im sogenannten Hausanschlussraum. Von diesem ausgehend erfolgt die weitere Verkabelung im Gebäude. Um die elektro- und datentechnischen Details muss man sich als Bauherr nicht kümmern – hierfür sind professionelle Firmen vom Fach zuständig. Für Sie als Bauherrn ist wichtig zu wissen, welche Genehmigungen Sie zu welchem Zeitpunkt einholen müssen, um ihren Neubau aufwandsarm und kostensparend mit einem Festnetz-Telefonanschluss auszustatten.

Schritt für Schritt zum Telefonanschluss

Wer innerhalb seiner Büroräume einen Telefonanschluss wünscht, muss erst einmal Kabel bis zum Gebäude verlegen lassen. Insbesondere beim Neubau kann nicht davon ausgegangen werden, dass sich diese schon – etwa durch vorhandene Nachbarn – in der Erde befinden. Früher wurden hierzulande vor allem Kupferkabel verlegt, heutzutage nehmen die Anschlüsse über besonders schnelle und leistungsfähige Glasfaserkabel rapide zu. Lediglich der Netzbetreiber, in der Regel also die Deutsche Telekom, darf diese Kabel verlegen. Bei ihr ist der Telefonanschluss auch zu beantragen.

Die Genehmigung ist meistens lediglich eine Formsache, denn in Deutschland hat jeder das verbriefte Recht, von der Telekom an ihr Netz abgeschlossen zu werden. Ein Anschluss darf lediglich dann verweigert werden, wenn dessen Herstellung aus technischen Gründen nicht möglich ist – etwa, in einem enorm abgelegenen Gebiet. Auch das Internet, folgt man einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes, ist mittlerweile ein Grundrecht. Im Folgenden finden Sie die Schritte, die Sie zu Ihrem Telefonanschluss beim Bau eines Bürogebäudes führen:

  • Schritt 0: Wartezeit einplanen. Die Telekom beispielsweise empfiehlt aktuell eine Vorlaufzeit von etwa zwanzig Wochen – dies ist zu berücksichtigen, wenn man Telefon- und Stromanschluss gleichzeitig verlegen lassen möchte.
  • Schritt 1: Zuständigkeit klären. Bevor Sie bei der Telekom Ihren Neuanschluss beantragen, sollten Sie allerdings bei Ihrer Gemeinde nachfragen, welcher Netzbetreiber für Ihr Baugrundstück verantwortlich ist. Die Telekom ist keine Monopolistin mehr.
  • Schritt 2: Kontaktieren Sie Ihren Netzbetreiber. Dieser wird Ihnen nicht nur sagen können, welche Netzbandbreiten für Ihr Grundstück aktuell zur Verfügung stehen – er verfügt in der Regel auch über einen Bauherren-Service, mit dem Sie alle weiteren Schritte abwickeln können. Der Vorteil: Ein Bauherren-Service bietet alles Weitere aus einer Hand, Sie müssen sich nicht um die Koordination der einzelnen Gewerke etc. kümmern.
  • Schritt 3: Unterlagen beibringen. Der Bauherren-Service der Telekom bzw. die Bauherrenberatung anderer Netzbetreiber gibt Ihnen eine Liste an Unterlagen, die Sie beibringen müssen, bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann. Hierzu gehören beispielsweise ein amtlicher Lageplan des Geländes inklusive des Gebäudegrundrisses im Maßstab 1:500, das entsprechende Blatt der Liegenschaftskarte, welche das Grundstück im Baugebiet zeigt sowie die Erklärung zum Gebäude-Potentialausgleich, die beim Elektriker angefragt werden kann. Weitere Unterlagen sind individuell, etwa zur Anzahl von Wohn- bzw. Geschäftseinheiten, zur gewünschten Art des Anschlusses (etwa oberirdisch oder unterirdisch) sowie die genauen Maße von der Grundstücksgrenze bis zum Gebäudeeingang.

Anhand Letzterer berechnen sich auch die Kosten für Ihren Telefonanschluss. Kostet der Hausanschluss bei der Telekom aktuell einmalig achthundert Euro, kommen noch Erschließungsgebühren hinzu. Aktuell geht man von etwa 23 Euro pro Meter aus – bei unbefestigten Oberflächen. Bei befestigen Oberflächen wie Pflaster oder Beton sind die Aushubarbeiten komplizierter, sodass hierfür zurzeit etwa 77 Euro pro Meter fällig werden. Eine Installationspauschale innerhalb des Hauses schlägt mit etwa 350 Euro zu Buche.

Neuerschließung eines Grundstücks

Auch, wenn der Netzbetreiber für die Verlegung des Telefonanschlusses zuständig ist, zahlen Sie als Bauherr die Erschließungskosten, Diese können insbesondere, wenn Sie auf der „grünen Wiese“ bauen, also ein bislang unbebautes Grundstück neu erschließen, kostspielig werden, berechnen sie sich doch nach Metern ab öffentlichem Straßenland. So etwa kommt bei großen Grundstücken mit weit nach hinten versetzten Gebäuden oft eine enorme Summe zusammen. Liegt Ihr Grundstück außerhalb einer geschlossenen Siedlungsanlage, können die Entschließungskosten unerschwinglich sein. Hier kann es sich für Sie lohnen, sich nach alternativen Telefontechnologien umzusehen. beispielsweise Satellitentechnologie.

Fazit

Auch heutzutage, wo zunehmend mobil telefoniert wird, bietet ein Festnetzanschluss handfeste Vorteile. Wer einen Telefonanschluss verlegen lässt, signalisiert Verlässlichkeit und Regionalität, was von potenziellen Kunden in barer Münze belohnt wird. Zudem ist die Stabilität eines Festnetzanschlusses im Gegensatz zur Mobiltelefonie auch heutzutage noch beständiger. Für den Festnetzanschluss in neuen Gebäuden sind Sie als Bauherr verantwortlich – der Netzbetreiber führt die Arbeit aus. Um Aufwand und Kosten zu sparen, sollte die Kabelverlegung der Festnetztelefonie gemeinsam mit der des Stroms erfolgen. Die für Ihren individuellen Antrag notwendigen Unterlagen nennt Ihnen die Bauherrenberatung Ihres Netzbetreibers, den Sie wiederum bei Ihrer Gemeindeverwaltung erfragen. Mit etwa zwanzig Wochen Vorlauf können Sie sich beim Einzug ins neue Gebäude über einen reibungslos funktionierenden Telefonanschluss freuen.